Rohstoffe aus der Natur - Produkte und KnowHow von uns. Sachsenleinen

offene Hanffabrik

Nachhaltigkeit im Unternehmen hat oft zwei Seiten, ob man darüber nur redet oder ob man diese auch lebt.

Die Hanffaserfabrik Uckermark e.G. hat sich seit über 20 Jahren einer Nachhaltigkeit in der Produktion, von der Rohstoffgewinnung über die unternehmerischen Prozesse bis zum Produkt und dem Abfallmanagement verschrieben.

Am 14.06.2019  öffnet die Hanffasbrik ihre Tore für interessierte Besucher, vom landwirtschaftlichen Rohstoffanbieter über Dienstleister bis Endproduktkunden, um einen Eindruck zu gewinnen, was Nachhaltigkeit für ein Industrieunternehmen wirklich bedeutet und welche unternehmerischen Chancen damit verbunden sind.

Ölleinanbau in Kasachstan hat die Millionenmarke überschritten

Öllein ist in Kasachstan eine recht junge Agrarkultur. Erst vor ca. 10 Jahren hat der Anbau von Leinen zur Samengewinnung an wirtschaftlicher Bedeutung gewonnen. Ausschlaggebend waren Probleme des Ölleinanbaus in Kanada, wo der Anbau genveränderter Pflanzen in Praxisschlägen festgestellt wurde und was zum Exportstop nach Europa führte.
In diese Marktlücke sind mittelasiatische Landwirte, vorrangig aus Kasachstan und Südrussland gestoßen und haben den Ölleinanbau über die Jahre kontinuierlich ausgeweitet.
Öllein ist in diesen kontinentalen Gebieten als Ackerkultur lukrativ, da es sich, wie wenige andere anbauwürdige Kulturarten, um eine Sommerkultur mit ca. 110 Vegetationstagen handelt und zwischen dem dort spät beginnenden Frühjahr und dem meist kurzen Herbst anbauwürdig ist.
In diesem Jahr wurde allein in Nordkasachstan 1,1 Mio. ha Öllein angebaut.
Betrachtet man das weitgehend nicht genutzte Ölleinstroh und unterstellt ein Aufkommen von 1 t/ha, so stehen theoretisch 1,1 Mio t Ölleinstroh zur Verfügung, die als Rohstoffquelle derzeit nicht genutzt, ganz im Gegenteil überwiegend unkontrolliert auf dem Feld verbrand werden.
Das Sachsen-Leinen-Projekt Linokas stellt sich im Verbund mit deutschen und kasachischen Partnern dieser Herausforderung.
Torsten Brückner, 30.11.2018

Hans-Raab-Preis für Hanffaser Uckermark

Die Hanffaser Uckermark e.G. in Prenzlau ist mit dem Hans-Raab-Umweltpreis ausgezeichnet worden. Die in Lichtenstein ansässige Hans-Raab-Stiftung ehrt damit das Gesamtengagement des Unternehmens zur nachhaltigen Produktion von Dämmstoffen.
Den mit 50.000 € dotierten Preis investiert das Unternehmen in neue Erntetechnik.
Torsten Brückner, 27.09.2018

Fahrradhelm aus Naturfasern

Die Firma EDIGE aus Nance, Frankreich bietet seit kurzem den ersten Helm unter Verwendung von Naturfasern an. Verwendet werden Flachsfasern, die in einer durchsichtigen Kunststoffmatrix eingebetted sind und dadurch auch optisch gut zur Wirkung kommen.

Erwerben kann man das Produkt u.a. unter http://www.vintage-cycles.fr/boutique/accessoires-pour-velo-neo-retro/casque-egide-apollo-lin/

Der Helm ist zur Verwendung auf Fahrrädern und Mopeds vorgesehen.

Steigender Hanfanbau in Europa

Der Aufwärtstrend des Anbaus von Faserhanf hält in Europa weiter an. Nach Angaben des Europäischen Hanfverbandes EIHA wurde in der EU im Jahr 2016 auf einer Anbaufläche von ca. 33.000 ha Faserhanf angebaut.

Damit konnte der Anbauboom aus der Zeit der Wiederzulassung des Anbaus Ende der 1990er Jahre weit übertroffen werden. Hauptanwendungsbereiche für europäische Hanffaser sind weiterhin die Automobil-, Dämmstoff- und Zellstoffindustrie.

Torsten Brückner, 3.5.2017

Biologisierung der Wirtschaft

Der Begriff Industrie 4.0 mit der Individualisierung der Produktion ist in aller Munde, doch was kommt danach.

Ein neuer Begriff mit der „Biologisierung der Wirtschaft“ macht die Runde, mit dem Ziel, sich den natürlichen Gegebenheiten der Industrieproduktion, von denen man sich in den letzten 100 Jahren immer mehr entfernt und damit entfremdet hat, nun wieder verstärkt anpasst.

Über die Endlichkeiten der Ressource wird seit vielen Jahren gesprochen, konkrete Auswirkungen im großen Umfang sind in der Industrieproduktion nur wenig zu spüren. Bei einer mittel- bis längerfristigen Betrachtung werden Veränderungen hier aber unausweichlich sein.

Das hat die Bundesregierung erkannt und die Biologisierung der Produktion in der aktuellen Hightech-Strategie auf die Politikagenda gesetzt.

Bei der Vorstellung der offiziellen Bilanz zu zehn Jahren Hightech-Strategie der Bundesregierung am 29.03.2017 wurde bekannt, dass bioökonomische Themenstellungen bei der zu erwartenden Neuausrichtung der Innovationspolitik zukünftig eine wachsende Rolle einnehmen dürften.

Laut Bundesforschungsministerin Janka arbeite man derzeit „an einem Blueprint einer Agenda Biologisierung“.

Mag man über politische Entscheidungen der Bundesregierungen der letzten Jahrzehnte geteilter Meinungen sein, zum Thema Nachwachsende Rohstoffe hat sie, zu einem Zeitpunkt wo die Industrie noch kein größeres praktisches Interesse gezeigt hat, Weitblick bewiesen, der nun beginnt Früchte zu tragen.

Eine strategische Ausrichtung der Forschungslandschaft in Richtung einer Biologisierung der Industrie als neue Herausforderung ist ein weiterer Schritt in Richtung globaler strategischer Weitsicht.

Torsten Brückner, 19.04.2017

Russische Naturfaserindustrie in der Umstrukturierung

Russland kann auf eine jahrhunderte alte Tradition des Anbaus von Bastfasern zurückblicken, die bis in die heute Zeit von der Gewinnung und textilen Verarbeitung von Langfasern geprägt war.

Geringe Innovationsbereitschaft oder -möglichkeiten der letzten Jahrzehnte und oft nicht optimale Anbaubedingungen haben die Wirtschaftlichkeit der alten Flachs- und Hanfindustrie unter marktwirtschaftlichen Bedingungen unattraktiv gemacht. Entsprechend sind die Anbauflächen in den letzten Jahren für Faserflachs- und Faserhanf rapide zurückgegangen.

Andererseits ist auch in Russland in der industriellen Verarbeitung von Bastfasern ein wachsendes Interesse zu spüren, welches von der angestrebten Teilsubstituierung von Baumwolle in der textilen Verarbeitung geprägt ist.

Baumwolle ist ein Russland seit dem Zerfall der Sowjetunion ein Importgut, welches mit harter Währung bezahlt werden muss. Auch ist man sich der ungewissen Zukunft des internationalen Baumwollanbaues bewusst und versucht rechtzeitig textile Alternativen zu finden.

Auch die internationalen Entwicklungen und Einflüsse an den Rohstoffmärkten und in der Politik mit gesunkenen Rohöl- und Gaspreisen sowie Handelssanktionen von oder nach Russland beflügeln das Interesse sich verstärkt mit landwirtschaftlichen Rohstoffen und deren Veredlung zu beschäftigen.

Vor diesem Hintergrund konnten erste Projekte des Entstehens einer neuen russischen Naturfaserindustrie mit intensiver staatlicher Unterstützung umgesetzt werden. Allein im nordrussischen Gebiet Wologda/ Kasmatra entstanden in den letzten 5 Jahren neue Faseranlagen zur Aufbereitung von Flachsstroh und zum Cottonisieren und Bleichen von Flachswerg. Auch in Spinnerei- und Webereitechnik wurde investiert.

Verstärktes Interesse gilt den Kurzfasertechnologien für textile und technische Anwendungen. Vor diesem Hintergrund werden auch Anstrengungen unternommen, Öllein aus der südlichen kontinentalgeprägten Regionen Sibiriens einer Fasernutzung zuzuführen.

Torsten Brückner, 13.12.2016

Hanfanbau in Europa im Aufwind

Die Anbaufläche für Faserhanf konnte in den vergangenen Jahren in Europa weiter gesteigert werden. Ein Grund war die zunehmende Koppelnutzung der Pflanze zur Gewinnung von Fasern und Hanfblätter. Hanfblätter aus Faserhanfbeständen enthalten nur geringe Anteile an psychoaktiv wirkendendem THC. Die Vorstufe des THC, das CBD ist allerdings in hoher Konzentration in der Pflanze enthalten. Entwicklungen in den USA und Europa haben positive Wirkungen auch von CBD auf den Menschen gezeigt, so dass sich eine wachsende Nachfrage nach CBD Produkten auf den Anbau und die Gewinnung positiv auswirkte. Getrübt wird die Entwicklung durch die Vorlage eines Gesetzesentwurfs durch das Bundesgesundheitsministerium, der eine Verschreibungspflicht für CBD Produkte vorsieht. Bei Umsetzung der Gesetzesvorlage durch den Bundestag ist ein Nachfragerückgang nicht auszuschließen.

Torsten Brückner, 2.10.2016