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Kendyrtex


Das Gesamtvorhaben verfolgt das Ziel, einen alternativen Naturfaserrohstoff auf Basis von Kendyr (Apocynum venetum, Apocynum pictum) in Mittelasien zu entwickeln und industriell vorrangig für die mittelasiatische und deutsche Textilindustrie nutzbar zu machen. Neben wirtschaftlichen Aspekten finden auch sozioökonomische und umweltrelevante Fragestellungen Beachtung.

Gelingt es, mit Baumwolle vergleichbare Faserqualitäten zu erzeugen, können die Kendyrfasern auf klassischen Baumwolltextilmaschinen verarbeitet werden und stellen dann ein regional erzeugtes, natives Äquivalent zur Baumwolle eventuell auch zur Schafwolle dar. Damit wird ein zusätzlicher Faserrohstoff für wachsende Märkte textiler Produkte entwickelt, durch dessen Anbau einerseits versalzene und von Wassermangel betroffene Standorte, u.a. ehemalige oder aktuell wenig produktive Baumwollstandorte in (Wieder-)Nutzung genommen werden können und durch dessen Verarbeitung andererseits auch lokal entsprechende positive wirtschaftliche Effekte zu erwarten sind. Die Entwicklung eines Anbau- und Verarbeitungsverfahrens für Kendyr bietet neben den ökologischen und wirtschaftlichen Potenzialen für die zentralasiatische Region wirtschaftliche Perspektiven für den deutschen Land- und Textilmaschinenbau. Gleichzeitig ergeben sich Möglichkeiten, innovative und nachhaltige Rohstoffalternativen für die deutsche Textilindustrie bereitstellen zu können.

Zur Absicherung der Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung wird dem Verbundvorhaben ein Definitionsprojekt vorgeschaltet. In diesem soll neben dem Aufbau einer geeigneten Partnerstruktur auch die Standortfrage für die Umsetzung geklärt werden. Die Nutzung von Kendyr als Faserpflanze ist in sehr einfachen handwerklichen Verfahren in einzelnen Regionen z.B. in Westchina bekannt. Mit vor Ort vorhandenen Mitteln werden daraus grobe Garne und Gewebe hergestellt. Auch aus der Literatur sind Kenntnisse über die wissenschaftliche Bearbeitung der Thematik Mitte des letzten Jahrhunderts bekannt. Damit verbundene Kenntnisse zur Pflanze sowie die Bewertung der daraus resultierenden Fasern sollen im Rahmen des Definitionsprojektes erarbeitet und in die Antragstellung einbezogen werden. Die Ausgangslage vor Ort soll hinsichtlich Anbau und Verarbeitungsbedingungen analysiert werden.

Das nachfolgende Verbundvorhaben Kendyrtex soll nach derzeitiger Planung beispielhaft in der südkasachischen Region Almaty angesiedelt werden, mit dem Ziel, darüber hinaus Breitenwirkung zu erlangen.

Interessenten für das Thema textile Kendyrfasern mit wissenschaftlicher Kompetenz und/oder unternehmerischen Umsetzungspotenzialen können gern in das Umsetzungsvorhaben einbezogen werden, welches im Jahr 2019 starten wird.

DEF-Kendyrtex ist ein Projekt des Sachsen-Leinen e.V.

Projektlaufzeit: 01.09.2018 bis 28.02.2019